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Ilhéus

lhéus

lhéus ist eine Hafenstadt im Süden von Bahia an der brasilianischen Atlantikküste. Sie hat rund 245.000 Einwohner und liegt ca. 450km südlich von Salvador an der Kakaoküste. 60km nördlich liegt Itacaré, 30km landeinwärts Itabuna, 115km südlich Canavieiras.
Ilhéus verfügt über schöne, breite Strände und eine gut ausgebaute Infrastruktur.
An der grossen Strandpromenade wird auch der Carnaval gefeiert, der mit dem in Salvador vergleichbar sein soll. An den Wochenenden gibt es zahlreiche Veranstaltungen in lhéus.
Die unzähligen Hotels und Pousadas, sind preiswerter als in die Unterkünfte in Salvador. Diese liegen zum Teil am allseits beliebten weißen und feinen Südstrand, dem Praia do Sul wo stets eine leichte Brandung herrscht. Am schönen Palmenstrand warten zahlreiche Barracas (= Strandlokale), wo man sein Essen und Trinken genießen kann. Hinter den Barracas beginnt dann aber auch schon die Strasse nach Olivença. Die Anreise kann per Flugzeug erfolgen da Ilheus über einen Flughafen verfügt. Per Bus muss man von Salvador nach Ilheus ca. 8 Stunden für die Reise einplanen.

Geschichte
König Dom João III von Portugal teilte 1534 Brasilien in Kapitanien auf. Der portugiesische Adlige Jorge de Figueiredo Correia erhielt das Gebiet um Ilhéus. An seiner Stelle schickte er Francisco Romero, der an der Bucht von Ilhéus die Vila de São Jorge am Hügel São Sebastião gründete. 1881 wurde der Ort zur Stadt São Jorge dos Ilhéus, ein Name der später verkürzt wurde.

Wirtschaft und Hafen
In den ersten Jahren lebte die Stadt vom Zuckerrohr. Ihre große Blütezeit kam aber am Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Kakao, der im Hinterland um Itabuna angebaut wurde und über den Hafen von Ilhéus exportiert wurde. Im frühen Roman Cacau (1933) von Jorge Amado kann man dies anschaulich nachlesen. Bis 1989 wurden über den Hafen Ilheus noch 65% der brasilianischen Kakaoernte ausgeführt. In Ilheus befindet sich das Zentrum der Kakaopflanzung von Südbahia und ist der Sitz von CEPLAC dem Kakaoinstitut Brasiliens.
Durch eine verheerende Baumpilzkrankheit (Crinipellis perniciosa) wurden die Kakaobäume zwischen 1989 und 1998 in Südbahia fast völlig ausgerottet. Bis zu 90% aller Kakaobäume in Südbahia fielen dieser Pilzkrankheit zum Opfer. Erst seit einigen Jahren werden resistentere Pflanzen (durch Genmanipulation) gezüchtet mit denen ein neuer Baumbestand aufgebaut wird. So wurde Brasilien, einst einer der größten Exporteure der Welt, zum Importland für Kakaoprodukte. Die Auswirkungen für die lokale Landwirtschaft und die Ökologie von Südbahia sind unübersehbar. Es führte zu einem wahren Kollaps der lokalen Wirtschaft und Sozialsysteme.
Durch den starken Rückgang des Kakaoexports hat der Seehafen von Ilheus stark an Bedeutung verloren. Er war ehemals Bahias Hauptexporthafen für Kakaoprodukte.

Kultur
Alles erinnert an Gabriela, die Hauptfigur aus Jorge Amados Roman Gabriela wie Zimt und Nelken, der in Ilhéus spielt. Auch heute noch kann man einiges davon im alten Zentrum wieder entdecken. Das Haus, in dem Amado lebte, ist heute ein nach ihm benanntes Kulturzentrum.

Sehenswertes
In den meisten kolonialen Orten kann man wie auch in Ilhéus unzählige Kirchen vorzufinden. Die älteste Igreja Matriz de São Jorge dos Ilhéus wurde 1556 erbaut. Die Kathedrale São Sebastião wurde im neoklassischen Stil zwischen 1931 und 1967 gebaut.
Im Vorort Rio do Engenho findet man die drittälteste Kirche und die älteste Zuckermühle (Engenho) von Bahia. Der "bezaubernde See" (Lagoa Encantada) ist 4 km⊃2; groß, ein von Küstenurwald umgebenes Naturschutzgebiet mit kleinen Wasserfällen.
Im Süden an der Straße nach Canavieiras liegen schöne Strände: Cururupe, Batuba und Olivença.